Ausbildungsoffensive und Rot-Weiß-Rot-Karte jetzt

Bad Hall. Die Wirtschaftsbund-Spitzenrepräsentanten trafen sich mit Landesobfrau und Präsidentin Doris Hummer und legten bei der jährlich durchgeführten, zweitägigen Klausur die wirtschaftlichen und politischen Schwerpunkte fest. Zwei klare Schwerpunkte gegen den drängenden Fachkräftemangel wurden beschlossen: Der Relaunch der Rot-Weiß-Rot-Karte und die Ausbildungsoffensive mit der Dualen Akademie. „Die Rot-Weiß-Rot-Karte wird in erster Linie für SportlerInnen eingesetzt, jedoch nicht für den eigentlichen Zweck – in Mangelberufen Fachkräfte aus der ganzen Welt für unseren internationalen Standort zu gewinnen und genau das brauchen wir jetzt,“ betont Präsidentin Doris Hummer.

v.l.: Harald Mahrer, Carmen Jeitler-Cincelli, Doris Hummer, Wolfgang Greil

© WB | Willnauer

Am meisten sind die mittelständischen Betriebe mit 10 bis 49 DienstnehmerInnen betroffen.

Der Fach- und Arbeitskräftemangel ist für Oberösterreichs Betriebe die eindeutig größte Herausforderung – waren sich alle Funktionärinnen und Funktionäre einig. Von der Bewältigung dieser gewaltigen Herausforderung hängen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit die Sicherheit der Arbeitsplätze, sondern auch die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes, das Ausmaß des Wirtschaftswachstums und die Aufrechterhaltung eines vernünftigen sozialen Netzes, auch für zukünftige Generationen, ab. In Oberösterreich fehlen bereits 30.500 Fachkräfte. Auf der Ebene der Qualifikationen bzw. Bildungsabschlüsse hatten die Unternehmen im letzten Jahr vor allem Schwierigkeiten, geeignete MitarbeiterInnen mit Lehrabschlussprüfung zu finden. Ein klarer Auftrag, die „duale Ausbildung“ in Österreich intensiv zu forcieren und weiterzuentwickeln. Eine umfassende Fachkräfteoffensive ist daher neben den Bereichen Digitalisierung, Innovation, Entlastung und Export ebenso Teil des großen Masterplans für den Standort Oberösterreich.

„Viele Länder beneiden uns um unser duales System, denn die Lehrlingsausbildung im Unternehmen und in der Berufsschule verbindet Praxis und Theorie. Mit der Dualen Akademie haben wir auch eine Berufsausbildung für Maturanten und Studienabbrecher ge-schaffen. Österreichs Wirtschaft braucht jetzt gut ausgebildete Fachkräfte mehr denn je“, so Hummer weiter.

WB-Bundeschef und WKO-Präsident Harald Mahrer sprach sich ebenso für eine „durchgängige Ausbildungssäule“ mit einem Abschluss aus, der mit jenen in theoretischen Ausbildungen vergleichbar ist. Der erste Schritt mit der Gleichstellung des Meisters mit dem Bachelor wurde seitens Bundesregierung bereits getan. Dies führt auch zur Imageverbesserung und zur Aufwertung der Lehre und der praktischen Ausbildung.

„Wir sind auf einem guten Weg, die Stimmung in der Wirtschaft ist immer noch sehr positiv. Wir haben tüchtige MitarbeiterInnen und eine mehr als herzeigbare Produktivität. Damit das so bleibt ist deshalb besonders wichtig, jetzt ins Tun zu kommen und die gemeinsam entwickelte Fachkräfteoffensive und den Masterplan für den Standort OÖ Schritt für Schritt konsequent umzusetzen,“ so Präsidentin Doris Hummer zuversichtlich.

Es wurde auch Wertschätzung groß geschrieben und als Grundlage für gemeinsamen Erfolg hervorgehoben. „Über 2.000 ehrenamtliche Funktionärinnen und Funktionäre auf branchen- und regionaler Ebene arbeiten tagtäglich für bessere Rahmenbedingungen für alle Unternehmerinnen und Unternehmer. Das ist nicht selbstverständlich und gehört betont,“ bedankte sich Wirtschaftsbund Direktor Wolfgang Greil bei den mehr als hundert anwesenden FunktionärInnen für ihr Engagement.

Bei der WB-Klausur mit dabei waren: WKO Präsident Dr. Harald Mahrer, LH Stv. Dr. Michael Strugl, LO-Stv. LT-Präs. KommR Viktor Sigl, Präsident Dr. Christoph Leitl, WKO-Vize-Präs. KommR Mag. Ulrike Rabmer-Koller, WKOÖ Vize.Präs. KommR Angelika Sery-Froschauer, Vize.Präs. Margit Angerlehner, Vize.Präs. Leo Jindrak, WB-Direktor Wolfgang Greil, die Nationalratsabgeordneten: WB-Stv. Generalsekretärin Carmen Jeitler-Cincelli LL.M., Dr. Angelika Winzig, Dr. Maria Therese Niss, Mag. Klaus Fürlinger, sowie Gastgeber Markus Achleitner (designierter Wirtschaftslandesrat, Generaldirektor OÖ Thermenholding).

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