Fußgängerzone Hauptstraße in Urfahr: Existenzbedrohung der Nahversorgungsbetriebe

Keine Experimente und Schnellschüsse, auf Kosten der Betriebe.

Die Pläne für die Neugestaltung der Hauptstraße in Urfahr reichen von – kaum Veränderung, Verkehrslösung „light“, Begegnungszone bis hin zur Fußgängerzone. Eine letztlich durchgeführte Befragung zur Umsetzung der Neugestaltung wurden sowohl die Betriebe als auch die Bewohner befragt. Fast 60% der Befragten wollen keine Fußgängerzone.

Klaus Schobesberger, WB-Bezirksobmann-Stv.: „Noch deutlicher sprechen sich die 58 unmittelbar ansässigen Geschäfte bzw. die 264 Unternehmen gegen eine Fußgängerzone aus. Diese Stimmen gehen aber bei über 2000 Befragten unter, denn die Stimme eines temporären Mieters im 4. Stock in einer Nebenstraße hat das selbe Gewicht wie die eines jahrzehntelang ansässigen Unternehmens oder Bewohners direkt an der Hauptstraße.“

Markus Raml, WB-Bezirksobmann: „Derzeit ist die Hauptstraße noch eine sehr lebendige Geschäftsstraße mit einem guten Branchenmix mit vielen kleinen Nahversorgungsbetrieben. Es ist kein Zufall, dass hier viele Geschäfte bestehen bzw. in den letzten Jahren neu hinzugekommen sind, die alle aus Branchen kommen, wo es für die Kunden um eine schnelle Erledigung der Einkäufe und für die Lieferanten um ein rasches Beliefern der Geschäfte geht. Viele Betriebe in der Hauptstraße leben nicht nur von Bewohnern aus ganz Linz, sondern auch von Pendlern aus dem Mühlviertel, die hier vor dem Nachhauseweg noch ihren Bedarf decken. Mit ein Grund sind die in unmittelbarer Nähe der Betriebe eingerichteten Möglichkeiten zum 10- minütigen Halten bzw zum 90-minütigen Parken.“

Bei der Präsentation der Pläne wurden die Veränderungsmöglichkeiten erklärt und den Betroffenen schmackhaft gemacht. Die Parkplatzbilanz der Varianten kam in den Erklärungen zu den Varianten jedoch überhaupt nicht zur Sprache. Eine Fußgängerzone hätte massive Einschränkungen und Verbote für das grundsätzliche Zufahren, das Durchfahren, das Be- und Entladen sowie das Halten und Parken vor Geschäften. Die drohende Verlagerung des Kfz-Verkehrs und der parkenden Kfz in benachbarte Straßenzüge bei einer Fußgängerzone wurde nicht angesprochen.

Leo Jindrak, Obmann der WKOÖ-Sparte Gewerbe und Handwerk mit Filialstandort in der Hauptstraße: „Eine Fußgängerzone führt zum Verlust aller 80 Parkplätze. Eine Begegnungszone laut Planskizzen führt zu einem Verlust von ca. 50 Parkplätzen, dafür sollen 50 zusätzliche Radabstellplätze und fast 70 zusätzliche Bäume und 30 Sitzmöbel kommen. Fallen so viele Parkplätze weg, verschlechtert sich die Belieferungsmöglichkeit der Geschäfte massiv, finden Kunden noch schwieriger Parkplätze und bleiben dann aus, wodurch viele betroffene Nahversorger und Kleinbetriebe nicht überleben werden.“?

„Der Wirtschaftsbund und die unmittelbar betroffenen, direkt ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer, Bewohnerinnen und Bewohner wehren sich gemeinsam gegen Experimente und konzeptlose Schnellschüsse mit einer Fußgängerzone zum Schaden der Hauptstraße, insbesondere der Geschäfte. Es braucht ein Gesamtkonzept, damit sich das Zentrum von Urfahr positiv entwickeln kann. Eine Begegnungszone in der Hauptstraße mit voller Zufahrtsmöglichkeit wird seitens der ansässigen Unternehmen dann akzeptiert, wenn sie wie in der südlichen Landstraße oder der Herrenstraße so gestaltet wird, dass die Parkplätze erhalten bleiben. Der Wegfall von je nach Variante 50 bis 80 Parkplätzen in der Hauptstraße wird vehement abgelehnt und die Existenzen vieler Geschäfte vernichten“, so Raml weiter.

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