Oö. Betriebe brauchen Aufenthaltsbewilligung für Lehrlinge zur Fachkräftesicherung

Rasche und praxisnahe Umsetzung des Regierungsprogramms soll arbeitsmarktpolitische Akzente setzen und den derzeit 350 in einer Lehre befindlichen Asylwerbern den Abschluss ihrer Lehre ermöglichen.

Aktuell können alleine in Oberösterreich 20.767 offen Stellen und zusätzlich rund 1000 offene Lehrstellen nicht besetzt werden. Eine Tatsache, die die oö. Wirtschaft vor enorme Herausforderungen stellt und dringenden Handlungsbedarf zeigt. Daher ist es erfreulich, dass die Bundesregierung dieses Thema aufgegriffen hat. 

Die im Regierungsprogramm vorgesehene Aufenthaltsbewilligung für Lehrlinge im Zuge der aktuellen Fremdenrechts-Novelle muss rasch umgesetzt werden und für Menschen, die bereits eine Lehre begonnen haben oder eine Lehre in einem Mangelberuf beginnen möchten, Rechtssicherheit und eine Zukunftsperspektive geschaffen werden. Der Wirtschaftsbund Oberösterreich vertritt daher die klare Position, dass unbescholtene und gut integrierte Asylwerber, die sich in einer dualen Ausbildung befinden, nicht abgeschoben werden sollen. Genauso klar sprechen wir uns aber auch dafür aus, dass aus einer Arbeitsmarktintegration kein automatisches Aufenthaltsrecht abgeleitet werden darf oder eine Arbeitsmarktintegration zum Bleiberecht durch die Hintertür wird.

Nachdem die Lehre abgeschlossen wurde, sollte – ähnlich wie bei den ausländischen Studienabsolventen, die auch ihre Ausbildung in Österreich erhalten haben – eine Umstiegsmöglichkeit auf die Rot-Weiss-Rot-Karte vorgesehen werden. Diese Umstiegsmöglichkeit auf die Rot-Weiss-Rot-Karte soll auch für Jugendliche, die während ihres Asylverfahrens bereits eine Lehre abgeschlossen haben, zur Anwendung kommen.

 
Die Wirtschaft braucht qualifizierte Zuwanderung
Das Industriewachstum wird von den Industriefachverbänden in den bisher durchgeführten Konjunktureinschätzungen als steigend eingestuft. Damit der Konjunkturmotor weiterhin läuft, brauchen die Unternehmen dringend Fachkräfte, um die Aufträge bewerkstelligen zu können. Die Betriebe brauchen Lehrlinge, egal woher sie stammen, das beweist die ständig steigende Zahl der in oberösterreichischen Betrieben in einer Lehre befindlichen Asylwerber, die aktuell bei rund 350 liegt. 

Circa jeder zweite Asylbescheid ist negativ. (2017 waren 51,85 Prozent positiv und 48,15 Prozent negativ) Dies bedeutet große Verunsicherung für Unternehmen, was die Aufnahme von Asylwerbern in die Lehre betrifft. Deshalb bedarf es lösungsorientierte Maßnahmen für Asylwerber seitens der Politik. Generell sollte die rasche Abwicklung von Asylverfahren oberstes Ziel sein, sodass Verfahren möglichst binnen sechs Monaten abgeschlossen werden. Die damit verbundene rasche Rechtssicherheit hätte Vorteile für alle Betroffenen und es würde sich dann auch die Frage des Arbeitsmarktzugangs für Asylwerber nicht mehr stellen. Zur Sicherstellung des Fachkräftebedarfs muss künftig verstärkt Fokus auf die qualifizierte Zuwanderung gelegt werden.

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