5 Impulse zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes OÖ

„Der Wirtschaftsbund OÖ ist mit seinen rund 17.200 Mitgliedern und den vielen ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären eine Top-Organisation, die die Interessen der Wirtschaft in den einzelnen Regionen vertritt. Durch unternehmerische Interessensvertretung können wir eine gemeinsame und starke Stimme für die heimische Wirtschaft bilden, um die Umsetzung von schon lange auf der Agenda stehenden Wirtschaftsthemen zu erreichen.

Die vom Wirtschaftsbund erarbeiteten Vorschläge und Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Österreich lauten wie folgt: 

  1. Weniger Auflagen und mehr Wertschätzung für die Wirtschaft!
  2. Fokus Arbeitsmarkt
  3. Digitalisierung – Chancen nutzen
  4. Bildung & Innovation: Das Kraftpaket für den Standort
  5. Arbeitszeitflexibilisierung jetzt!

Weniger ist mehr!

… und mehr Wertschätzung für die Wirtschaft

Nachhaltiges Wirtschaftswachstum ist die Basis für die Sicherung von Beschäftigung und Wohlstand. Der Wirtschaftsbund Oberösterreich steht daher konsequent für mehr unternehmerischen Freiraum. Unternehmerischer Mut und die Übernahme von Risiko müssen sich in Zukunft wieder lohnen. Gerade jetzt braucht unser Wirtschaftsstandort einen lebendigen Unternehmergeist und mehr Eigenverantwortung.

Aufzeichnungs-, Melde-, Dokumentationspflichten sowie zahlreiche Auflagen erschweren unseren heimischen Unternehmen den betrieblichen Alltag. Nach dem Grundsatz „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“ soll in Zukunft über die bürokratischen Notwendigkeiten entschieden werden.

Das Ziel muss sein, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe nachhaltig zu erhöhen und dafür die richtigen Rahmenbedingungen bereitzustellen. Dass Österreich als Exportkaiser im europäischen Vergleich gilt, haben wir ausschließlich den Unternehmerinnen und Unternehmern zu verdanken. Im Gegensatz dazu kommt die Wertschätzung viel zu kurz. Unternehmerische Leistungen müssen zukünftig mehr in den Mittelpunkt rücken, um dauerhaft sozialen Frieden und Wohlstand im Land zu sichern.

Österreich gilt schon jetzt als ein Hochsteuerland. Jegliche zusätzliche Belastung schädigt die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und gefährdet damit Arbeitsplätze. Um die Zukunftsaufgaben bewältigen zu können, braucht es eine innovationsorientierte Wachstumspolitik und keine neuen Steuern. Vom Wirtschaftsbund Oberösterreich gibt es daher ein 

  • klares NEIN zur Wertschöpfungsabgabe bzw. Maschinensteuer
  • klares NEIN zur Erbschafts- und Schenkungssteuer

Vielmehr begrüßt der Wirtschaftsbund Oberösterreich die Forderung nach 

  • Senkung der Steuer- und Abgabenquote auf unter 40 Prozent

Bundesparteiobmann Sebastian Kurz geht den richtigen Weg für ein leistungs- und freiheitsorientiertes Österreich. Vor allem soll ein generelles Umdenken der Politik die fehlende Wertschätzung für die Wirtschaft weiter stärken.

Fokus Arbeitsmarkt

Der österreichische Arbeitsmarkt wird auch in Zukunft mit vielen Herausforderungen konfrontiert sein. Zwar versprechen aktuelle Prognosen leichte Verbesserungen, dennoch braucht es klare Spielregeln für den Bereich des Arbeitslosengeldes und mehr Anreize, Menschen in Beschäftigung zu bringen und zu halten. Viele Nachschärfungen sind notwendig, sodass auch in Zukunft der Sozialstaat Österreich weiter Bestand hat.

Diese sind: 

  • Zumutbarkeitsregelung von Arbeitslosen erweitern
  • Neue Form des Arbeitslosengeldes
  • Kampf dem Sozialmissbrauch
  • Noch bessere Kooperation von Schule und Wirtschaft
  • Internationale Fachkräfte anwerben

Weitere Arbeitsrechtliche Verbesserungsvorschläge des Wirtschaftsbundes Oberösterreich wurden bis zuletzt nicht umgesetzt und bedürfen im Sinne aller 95.000 gewerblichen Betriebe in Oberösterreich einer dringenden Behandlung: 

  • Entlastung des AGs bei Freistellung von werdenden Müttern – MutterschutzG
  • Freizeitunfallversicherung bei Unfällen außerhalb des Betriebes (Entgeltfortzahlung)
  • Kampf dem Krankenstandsmissbrauch (höhere Strafen bei Missbrauch)
  • Vereinfachung der Lohnverrechnung (Pauschalierung)
  • Auflistung sämtlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkosten auf dem Lohnzettel
  • Arbeitnehmerschutz NEU und Entkriminalisierung von Geschäftsführern
  • Umsetzung des Kumulationsprinzips im Verwaltungsrecht
  • Beraten statt Bestrafen als Grundsatz für ALLE Verwaltungsorgane
  • Steuerliche Entlastung der Überstunden (siehe Pkt. 5.)

Digitalisierung – Chancen nutzen

Die Digitalisierung ist ein langfristiger Wachstumstreiber, Chancenbringer und gleichzeitig eine große Herausforderung für unsere Betriebe. Ein hoher Digitalisierungsgrad eines Landes hat wesentlichen Einfluss auf Wachstum und Wohlstand: Er verbessert das Innovationspotential, schafft und sichert Arbeitsplätze.

Der Wirtschaftsbund Oberösterreich fordert wesentliche Schwerpunkte im Bereich der Digitalisierung zu setzen und heimische Betriebe in diesem Prozess proaktiv zu unterstützen.

Der flächendeckende Breitbandausbau legt dabei die Grundlage für diesen Veränderungsprozess. Die Bundesregierung soll Maßnahmen seitens des Landes Oberösterreich als Vorbild heranziehen und die operative Abwicklung durch die Oö. Fiber Service GmbH bestmöglich fördern und unterstützen.

Bildung & Innovation: Das Kraftpaket für den Standort

Österreich braucht die besten Köpfe, denn Bildung entscheidet maßgeblich über den Erfolg oder den Misserfolg eines Wirtschaftsstandortes. Nur dort, wo gut ausgebildete Fachkräfte verfügbar sind, können Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein und Visionen in die Realität umsetzen.

Aus Sicht des Wirtschaftsbundes OÖ sind deshalb die nachfolgenden Punkte für den Bereich der Bildung (vom Kindergarten bis zur Hochschule) von maßgeblicher Bedeutung: 

  • Ausbau der Kinderbetreuung im Bereich der unter 3-Jährigen
  • Bessere Ausbildung von Berufsorientierungslehrerinnen und -Lehrern
  • Mehr wirtschaftlicher Praxisbezug in der Lehrerausbildung (verpflichtende Praktika)
  • Ausbau der Forschungseinrichtungen und noch mehr Kooperationen mit Wirtschaft
  • österreichweite Potenzialanalyse für alle Jugendlichen
  • Forcierung „Lehre mit Matura“ und „Matura plus Lehre“
  • Duale Akademien bundesweit etablieren (soziale und digitale Kompetenz der Jugendlichen, Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis)
  • Rascher Ausbau der TNMS (Technische Neue Mittelschulen)

Arbeitszeitflexibilisierung JETZT!

Im Bereich der Arbeitszeitgestaltung fordert der Wirtschaftsbund Oberösterreich schon seit vielen Jahren mehr Flexibilität für Unternehmen und Mitarbeiter. Ausgehend von vielen Beschwerden aus Betrieben, allen voran auch seitens der Belegschaft, wurde vom Wirtschaftsbund Oberösterreich dieses Thema aktiv vorangetrieben. Auch die bundesweite WB-Kampagne „Zeit wird’s“ soll verdeutlichen, wie dringend rechtlicher Handlungsbedarf besteht.

Nach Meinung des Wirtschaftsbundes Oberösterreich sind die wichtigsten Maßnahmen wie folgt: 

  • Erleichterungen und mehr Kompetenz bei Einzelvereinbarungen auf betrieblicher Ebene
  • kein „Angewiesensein“ auf Gewerkschaft bei Arbeitszeiteinteilungen zwischen AG und AN
  • Möglichkeit eines 12-Stunden-Tages im Einvernehmen zwischen AG und AN
  • Arbeiten dann, wenn Arbeit anfällt
  • Keine Erhöhung der wöchentlichen (Höchst-)Arbeitszeit
  • Arbeitszeitgesetz NEU anstatt AZG aus dem Jahre 1969
  • STOPP der Entmündigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
  • Steuerliche Begünstigung von Überstunden (Leistung muss sich auszahlen!)
  • Steuerbefreite Prämienpauschalen von EURO 3.000,- pro Jahr

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