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      Bauwirtschaft

      27. August 2026

      Vorsichtige Stabilisierung statt rascher Erholung

      Die österreichische Bauwirtschaft befindet sich seit sieben Jahren in einer tiefen Krise. Seit 2018 ist die reale Wertschöpfung im Bausektor um 23 % und damit um fast ein Viertel zurückgegangen. Eine wesentliche Verschärfung brachte der Energiepreisschock des Jahres 2022, der die Inflation sowie die Bau- und Finanzierungskosten stark ansteigen ließ und einen abrupten Einbruch der Wohnbauinvestitionen auslöste. Der Tiefbau konnte diesen Rückgang dank öffentlicher Infrastrukturinvestitionen zunächst teilweise abfedern, verliert angesichts der Budgetkonsolidierung jedoch zunehmend an Stützkraft. Während die reale Wertschöpfung der Bauwirtschaft in der EU seit 2018 weitgehend stagnierte, verzeichnete Österreich einen deutlichen Einbruch. Dazu trug auch das im EU-Vergleich schwache Wirtschaftswachstum Österreichs bei.

       

      Die langanhaltende Schwächephase der österreichischen Bauwirtschaft ist noch nicht zu Ende. Zwar zieht die private Wohnbaukreditnachfrage seit 2025 wieder an, die geringe Zahl an Baubewilligungen und die zurückhaltende Aktivität der Bauträger sprechen derzeit jedoch eher für eine vorsichtige Stabilisierung als für eine rasche Erholung. Im Jahr 2026 dürften sowohl die Wertschöpfung des Bausektors (-0,3 %) als auch die Investitionen in Bauten (-0,2 %) laut aktueller WIFO-Prognose nochmals leicht zurückgehen. Damit dürfte die Baukonjunktur ihren Tiefpunkt weitgehend erreicht haben, die Aussichten bleiben jedoch verhalten. Das WKÖ-Wirtschaftsbarometer vom Sommer 2026 bestätigt diese Einschätzung: Nur 14 % der befragten Bauunternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung der Auftragslage, 35 % rechnen hingegen mit einem Rückgang.

       

      Angesichts des weiter steigenden Wohnraumbedarfs ist es entscheidend, Investitionen zu erleichtern und die Sanierungstätigkeit zu stärken. Dafür braucht es insbesondere eine Zweckbindung der Wohnbauförderung, eine Sanierungsoffensive und praxistauglichere Baustandards. Flankierend gilt es, angebotsseitige Kostentreiber wie Bürokratie und die im europäischen Vergleich hohe Belastung des Faktors Arbeit zu reduzieren.

       

       

      Grafik: Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich und in der EU27 insgesamt
      Quelle: Eurostat
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