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8. April 2026
KI-Boom begünstigt Wachstum.
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8. April 2026
KI-Boom begünstigt Wachstum.
Die Weltwirtschaft zeigte sich angesichts erhöhter wirtschaftspolitischer Unsicherheit und geopolitischer Spannungen bislang robuster als erwartet. Vorgezogene Handelsströme, die Anpassung von Lieferketten an steigende Handelsbarrieren, Fortschritte bei Verhandlungen von Handelsabkommen sowie günstige Finanzierungsbedingungen infolge geldpolitischer Lockerungen stützen die wirtschaftliche Aktivität. Auch ein deutlicher Anstieg der Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) in einigen großen Volkswirtschaften fördert das Wachstum und birgt Potenzial für Produktivitätssteigerungen. Auf der anderen Seite besteht laut IMF das Risiko einer Neubewertung der Wachstumserwartungen im Zusammenhang mit KI und eines damit einhergehenden Rückgangs der Investitionen, was eine abrupte Korrektur der Finanzmärkte auslösen könnte. Zudem könnten erneute geopolitische Spannungen, wie die aktuelle Krise in Nahost, Handelskonflikte sowie größere Haushaltsdefizite das globale Wachstum belasten. In Summe bleiben die Prognoserisiken überwiegend nach unten gerichtet.
KI-Güter treiben den internationalen Handel voran
Der Anstieg der Investitionen im KI-Bereich hat zu einem starken Wachstum der Nachfrage nach KI-bezogenen Gütern geführt. Im ersten Halbjahr 2025 erreichte der Handel mit KI-Gütern über 272 Milliarden US-Dollar, 65 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die USA und China trieben das Wachstum an KI-bezogenen Importen maßgeblich voran, wobei chinesische Importe im zweiten Quartal 2025 aufgrund geopolitischer Spannungen und Exportbeschränkungen von Hochtechnologiegütern zurückgingen. KI-bezogene Importe der EU sind hingegen nur geringfügig gestiegen. Die robuste Nachfrage aus den USA hat zu einem starken Anstieg der KI-Exporte vor allem aus Ländern wie Taiwan, Vietnam oder Mexiko geführt.
Geopolitische Spannungen sowie wirtschafts- und handelspolitische Unsicherheiten werden auch künftig bestehen bleiben. Damit sich Unternehmen an diese neue Normalität anpassen können, ist die Politik gefordert, das außenwirtschaftliche Umfeld aktiv zu gestalten. Dazu zählt auf europäischer Ebene die Vertiefung des Binnenmarktes sowie der zügige Ausbau von EU-Handelsabkommen zur Diversifizierung von Liefer- und Absatzmärkten sowie zur Sicherung kritischer Rohstoffe für Zukunftstechnologien. Um die Produktivitätslücke gegenüber den USA zu verringern, gilt es zudem, die technologische Transformation voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig zu sichern.