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      Konjunkturradar

      12. Mai 2026

      Leichte Erholung trotz geoökonomischer Verwerfungen

      Der Ende Februar ausgebrochene Irankonflikt führte zu einem spürbaren Anstieg der Energiepreise und verstärkte die geopolitische Unsicherheit deutlich. Die bereits eingetretenen Schäden an der Energieinfrastruktur dürften eine länger anhaltende Verknappung von Öl und Gas nach sich ziehen. Erste Lieferkettenengpässe zeichnen sich bereits ab. Trotz dieses herausfordernden Umfelds zeigte sich die österreichische Wirtschaft im ersten Quartal 2026 bemerkenswert resilient.

       

      Von der Inlandsnachfrage gingen leichte Wachstumsimpulse aus, die laut WIFO-Schnellschätzung zu einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal führten. Im Jahresvergleich entsprach dies einem BIP-Plus von 0,6 %. Zum moderaten Wachstum trugen sowohl der private als auch der öffentliche Konsum (+0,8 % bzw. +0,4 %) sowie steigende Bruttoanlageinvestitionen (+1,0 % gegenüber dem Vorquartal) bei. Dämpfend wirkte hingegen der Außenhandel: Während die Exporte weitgehend stagnierten (+0,1 %), nahmen die Importe spürbar zu (+0,9 %).

       

      Ob sich die zu Jahresbeginn beobachtete Belebung des privaten Konsums und der Investitionstätigkeit fortsetzen wird, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf des Nahostkonflikts ab. Umfragebasierte Stimmungsindikatoren sind zuletzt nicht nur in Österreich, sondern auch bei wichtigen Handelspartnern wie Deutschland zurückgegangen. Damit überwiegen derzeit die konjunkturellen Abwärtsrisiken – bei gleichzeitig gestiegenen Inflationserwartungen.

       

      Umso wichtiger ist es, die anstehenden standortpolitischen Aufgaben auf nationaler Ebene zügig umzusetzen und kurzfristige Krisenmaßnahmen auf europäischer Ebene eng abzustimmen.

       

       

      Grafik: Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, Österreich
      Quelle: WIFO, Eurostat
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