• News & Events

      Keine Ergebnisse gefunden

    • Sonstige Informationen

        Keine Ergebnisse gefunden

      Alle Suchergebnisse anzeigen schließen

      Lohnstückkosten

      23. Juni 2026

      Österreichs preisliche Wettbewerbsfähigkeit unter Druck

      Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft wird maßgeblich durch die Entwicklung der Lohnstückkosten bestimmt, also durch das Verhältnis von Löhnen zur Arbeitsproduktivität. Für Österreich hat sich diese Position im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Ausschlaggebend dafür war insbesondere das kräftige Lohnwachstum seit der Hochinflationsphase, das deutlich über dem Produktivitätszuwachs lag. Zwischen 2022 bis 2025 stiegen die Lohnstückkosten um 6 Prozentpunkte stärker als im Euroraum, die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter sogar um 8 Prozentpunkte. Das ist ein deutliches Signal für einen raschen Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit.

       

      In der laufenden Lohnrunde, die mit den Abschlüssen seit Herbst 2025 begonnen hat, zeichnet sich jedoch eine Trendwende ab. Einerseits liegt die Mehrheit der jüngsten Lohnabschlüsse unter der rollierenden Inflation, andererseits gewinnen Mehrjahresabschlüsse mit fixen Lohnsteigerungen an Bedeutung, die nicht von der künftigen Inflationsentwicklung abhängen. Dadurch erhöhen sie die Planungssicherheit für Unternehmen und dämpfen Zweitrundeneffekte bei der Inflation. Beides trägt dazu bei, dass sich die relative Lohnstückkostenposition gegenüber dem Euroraum aktuell nicht weiter verschlechtert.

       

      Zugleich ist festzuhalten: Die Verluste der vergangenen Jahre werden durch die aktuellen Entwicklungen nicht aufgeholt. Die Wiederherstellung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine zentrale wirtschaftspolitische Herausforderung – insbesondere angesichts schwacher Produktivitätsdynamik und hoher Unsicherheiten im internationalen Umfeld.

       

      Die jüngste Lohnentwicklung deutet zwar auf eine gewisse Stabilisierung hin, für ein nachhaltiges Aufholen gegenüber dem Euroraum und eine Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sind jedoch zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Zu ihnen zählen eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit, der Abbau von Bürokratie auf nationaler und EU-Ebene sowie die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Energiepreise.

       

       

      Grafik: Verhältnis der Lohnstückkosten in Österreich zu jenen im Euroraum
      Quelle: Eurostat
      Schließen