Österreichische Exporte gesunken
19. November 2025
Die heimischen Exporteure schultern einen Teil der Zolllast und bieten Produkte billiger an.
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19. November 2025
Die heimischen Exporteure schultern einen Teil der Zolllast und bieten Produkte billiger an.
Drei Faktoren sind es, die die österreichische Exportwirtschaft momentan unter Druck setzen. Erstens wächst die Weltwirtschaft zurzeit nicht besonders stark, was die Nachfrage nach Investitionsgütern dämpft.
„Und Österreich ist besonders bei diesen Gütern stark“,
sagt Jan Kluge, Ökonom bei der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria.
Zweitens verliert Österreich laut dem Experten an preislicher Wettbewerbsfähigkeit. Das liege an den hohen Lohn- und Energiekosten:
„Wir hatten stärkere Lohnsteigerungen als andere EU-Länder.“
Dadurch gehen jene Aufträge, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage getätigt werden, seltener an österreichische Unternehmen. Das dritte Problem ist der internationale Handelskonflikt. In der Grafik ist zu erkennen, dass Exporte in den europäischen Binnenmarkt schon seit Längerem schwächeln.
„Seit diesem Sommer sehen wir einen Einbruch bei den Ausfuhren in Drittstaaten“,
sagt Kluge.
Hauptsächlich liege das an den Zöllen, die die USA auf EU-Produkte erheben. Diese Einfuhr-Gebühren zahlen die importierenden Unternehmen.
Doch ein Vergleich der nominalen Daten, bei denen die Exporte nach ihrem Preis bemessen werden, mit einem Datensatz des Exportvolumens zeigt, dass die Exporte in Drittstaaten seit diesem Sommer billiger erfolgen.
„Nominal sinkt die Kurve viel stärker als der Volumenindex, der nur die Mengenentwicklung betrachtet“,
sagt Kluge.
Der Wert der exportierten Ware sinkt also stärker als die Menge. Kluge vermutet, dass die österreichischen Exporteure einerseits Preisabschläge in Kauf genommen haben, um ihre Produkte noch vor Inkrafttreten der Zollbeschränkungen verkaufen zu können. Andererseits werde ein Teil der Importgebühr anscheinend von den Herstellern eingepreist, um am amerikanischen Markt trotz des Aufschlags preislich konkurrenzfähig zu bleiben.
„Den anderen Teil tragen die US-Importeure.“
Oberösterreich hauptgeschädigt
Neben den nominalen Daten bestätigt der Export-Volumenindex von Eurostat die schwierige Lage der österreichischen Hersteller: Seit 2021 sind die Exporte in Drittstaaten um sechzehn Prozent zurückgegangen, innerhalb der EU um zehn Prozent. Oberösterreich trifft diese Entwicklung besonders. 25 Prozent aller nationalen Exporte stammen aus diesem Bundesland.
„Damit ist Oberösterreich hauptgeschädigt vom Exporteinbruch“,
sagt Kluge.
Aufgrund der hohen Industrieproduktion exportiert Oberösterreich viele Investitionsgüter. Die Liste der größten Produktgruppen nach Exportzahlen wird von Maschinen, Eisen und Stahl, elektrischen Maschinen, Fahrzeugen und Pharma angeführt.