Österreichs Industrie unter Druck
10. Februar 2026
Strukturelle Wettbewerbsnachteile belasten Wachstum und Investitionen.
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10. Februar 2026
Strukturelle Wettbewerbsnachteile belasten Wachstum und Investitionen.
Die heimische Industrie steht auch im Jahr 2026 vor multiplen Herausforderungen: Der starke Anstieg der relativen Lohnstückkosten infolge der Energiepreiskrise hat die preisliche Wettbewerbsposition nachhaltig geschwächt. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerbsdruck durch chinesische Anbieter in zentralen Branchen, insbesondere im Maschinenbau sowie im Bereich Metalle und Metallwaren. Zudem belastet die schwache Nachfrage nach deutschen Industriegütern – etwa im Automobilsektor – die österreichischen Zulieferer. Zwar hat sich die Auftragslage der heimischen Industrie seit Anfang 2025 leicht verbessert, bislang reicht das jedoch nicht aus, um die starken Einbußen der Rezessionsjahre auszugleichen. Während sich die Industrie im EU27-Durchschnitt relativ stabil entwickelte, verzeichnete die Herstellung von Waren in Österreich in den vergangenen drei Jahren einen realen Wertschöpfungsrückgang um 8,7 %.
Nicht nur die Wertschöpfung, sondern auch die Beschäftigung entwickelte sich negativ: In den letzten acht Quartalen gingen im Bereich Herstellung von Waren rund 21.700 Arbeitsplätze verloren. Die langanhaltende Schwächephase beeinträchtigte zudem die Profitabilität der heimischen Industriebetriebe. Die Gewinnquote sank deutlich unter den EU27-Durchschnitt. Sinkende Margen verringern wiederum den finanziellen Spielraum für Investitionen und schwächen damit die Standortattraktivität. Investitionen erfolgen in der Regel dort, wo eine ausreichend hohe Rentabilität erwartet wird.
Trotz einer leichten Aufhellung im Vorjahr steht die exportorientierte Industrie weiterhin unter erheblichem Druck. Die Herausforderungen dürften dauerhafter Natur sein, denn die Wertschöpfungsrückgänge der letzten Jahre waren nicht ausschließlich konjunkturell bedingt. Vielmehr bestehen strukturelle Hemmnisse: der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit, die zunehmende Konkurrenz aus China sowie die enge Verflechtung mit der schwächelnden deutschen Industrie. Diese Faktoren werden Österreichs Industrie voraussichtlich auch in den kommenden Jahren belasten. Die neue Industriestrategie für Österreich zeigt Leitlinien auf, um die mittelfristige Perspektive der Industrie bis 2035 zu stärken. Nun kommt es darauf an, die Strategie zügig und konsequent umzusetzen.