US-Zölle
6. August 2026
Teurer „Schutz“ für Amerikas Wirtschaft
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6. August 2026
Teurer „Schutz“ für Amerikas Wirtschaft
Mit Donald Trumps zweitem Amtsantritt im Jahr 2025 nahm die US-Handelspolitik eine grundlegende Wendung. Zölle richteten sich fortan nicht mehr nur gegen China, sondern auch gegen traditionelle Partner wie die EU, Kanada und Mexiko. Dadurch stiegen die effektiven US-Importzölle sprunghaft an; zugleich nahm die handelspolitische Unsicherheit deutlich zu – und sie besteht fort, obwohl einige Zölle für verfassungswidrig erklärt wurden. Aktuelle OECD-Daten zeigen: Die durchschnittliche effektive Zollbelastung ist seit ihrem Höchststand 2025 (18 %) zwar wieder gesunken (April 2026: 9,6 %), liegt aber weiterhin deutlich über dem Niveau vor Trump 2.0 (2024: 2,6 %). Die US-Handelspolitik bleibt damit klar protektionistisch ausgerichtet. Neben allgemeinen Importzöllen werden auch sektorale Zölle eingesetzt. Je nach Struktur ihrer Warenexporte sind die Handelspartner daher unterschiedlich stark betroffen. Im Vergleich zum OECD-Schnitt ist Österreich mit rund 11 % überdurchschnittlich belastet. Mit einem Exportanteil von 6,7 % an den Gesamtexporten waren die USA 2025 Österreichs zweitwichtigster Exportmarkt nach Deutschland.
Doch auch für die amerikanische Wirtschaft hat die US-Zollpolitik negative Folgen: Zölle können einzelne Branchen kurzfristig schützen, führen jedoch langfristig zu höheren Preisen, geringerer Effizienz und Wohlfahrtsverlusten. Besonders problematisch wird dies, wenn Handelspartner mit Gegenmaßnahmen reagieren und sich dadurch Handelskonflikte intensivieren. Den erwarteten Vorteilen einer protektionistischen Handelspolitik stehen somit hohe gesamtwirtschaftliche Kosten gegenüber. Empirische Ergebnisse bestätigen diese Einschätzung: Die neuen US-Zölle haben die Preise für US-Konsumenten und Unternehmen erhöht, die Beschäftigung in der US-Industrie nicht gestärkt und die Exporte wichtiger Handelspartner belastet. So sind auch die österreichischen Ausfuhren in die USA im Jahr 2025 um über 21% zurückgegangen.
Für die österreichische Wirtschaft kann eine exportgetriebene Erholung nicht länger als Selbstläufer betrachtet werden. Umso wichtiger ist es, die eigenen außenwirtschaftlichen Beziehungen aktiv zu gestalten. Auf EU-Ebene erfordert dies eine proaktive Handelspolitik sowie eine konsequente Ausschöpfung der Potenziale des Binnenmarktes. Auf nationaler Ebene gilt es vor allem, den bilateralen Dialog über die industrie-, forschungs- und branchenspezifischer Zusammenarbeit zu intensivieren.
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