Verhaltene Wachstumaussichten
26. Mai 2026
Strukturelle Hemmnisse
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26. Mai 2026
Strukturelle Hemmnisse
Die Wachstumsaussichten Österreichs bis zum Ende des Jahrzehnts bleiben verhalten. Verantwortlich dafür sind vor allem strukturelle Faktoren. So haben etwa die starken Lohn- und Energiepreissteigerungen der Vorjahre die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Außenhandel geschwächt. Gleichzeitig verschärft der zunehmende Wettbewerbsdruck aus Asien die Konkurrenz auf wichtigen Absatzmärkten für Kernprodukte der österreichischen Industrie. Die US-Zollpolitik erschwert zudem den Zugang zum amerikanischen Markt. Ein weiterer wesentlicher Belastungsfaktor ist der demografische Wandel: Die Alterung der Gesellschaft verringert den Anteil der Erwerbstätigen, verschärft den Arbeitskräftemangel und belastet die Sozialsysteme. Damit steigt auch der Druck auf die öffentlichen Haushalte. Insgesamt bremsen diese Faktoren die Produktivitätsentwicklung. Das WIFO rechnet daher für den Zeitraum 2026 bis 2031 lediglich mit einem durchschnittlichen Wachstum der österreichischen Wirtschaftsleistung von 1,1 % pro Jahr.
Der mittelfristige Wachstumspfad liegt deutlich unter dem Vorkrisenniveau (Ø 2010 bis 2019: +1,6 % pro Jahr) und bleibt zugleich um 0,1 Prozentpunkte pro Jahr hinter dem Euroraum zurück. Während der private Konsum ähnlich stark und der öffentliche Konsum sogar kräftiger wachsen dürfte als in den 2010er-Jahren, verliert die Exportdynamik deutlich an Schwung. Im Prognosezeitraum werden die Exporte voraussichtlich nicht einmal halb so stark zulegen wie im Jahrzehnt vor der Covid-Pandemie (Ø 2010 bis 2019: +4,4 % pro Jahr, Ø 2026 bis 2031: +2,1 % pro Jahr). Geopolitische Abwärtsrisiken ergeben sich zudem aus dem Nahostkonflikt, dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie der allgegenwärtigen Gefahr handelspolitischer Eskalationen zwischen den drei großen Wirtschaftsräumen USA, China und EU.
Nur durch gezielte Entlastungen für Unternehmen, leistbare Energie, eine proaktive Handelspolitik, die bessere Ausschöpfung der Potenziale des Binnenmarkts, die Gewinnung von Fachkräften, die Stärkung der Qualifizierung sowie gezielte Investitionen und Unterstützung von Innovationen kann Österreich wieder auf den Wachstumspfad zurückgeführt werden.