Wirtschaftsbund legt für die Linzer Wirtschaft Flügel an

WB Obmann Markus Raml und sein Team setzten am ersten Schultag ein Zeichen und fordern eine bessere Koordination der Straßen- und Brückensanierung, um den Verkehrsfluss zu erhalten.

(v.li.n.re.): WB-Obmann Markus Raml, Johannes Pracher, Elke Riemenschneider, Martin Moser, Gregor Lugmayr, Anita Eckerstorfer

© WB/Willnauer

LINZ. Wenn man in aller Früh schon schlecht gelaunt ist, ist der Start in den Tag nicht der beste. Seit gestern geht es aber wieder vielen Autofahrern so. Grund? Staus und Wartezeiten an allen wichtigen Einfahrtsstraßen – insbesondere auf der Linzer Donaulände/Kaisergasse. Der zum Teil schrittweise Stop-and-go-Verkehr ist aber nicht nur dem Schulanfang geschuldet, sondern vor allem den vielen Baustellen und den fehlenden Brücken.

Um für das brisante Thema „Stau“ mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, verteilte der Wirtschaftsbund Linz-Stadt Red Bull Dosen, um symbolisch den Autofahrern Flügel zu verleihen, die viele von ihnen gerne in der Realität hätten, um dem täglichen Verkehrschaos zu entfliehen. 

„Auf manche Themen muss man mit einer verrückten Idee aufmerksam machen und die Dringlichkeit hervorheben“, betont Markus Raml, der bereits im Vorjahr die Donau mit seinem Team schwimmend überquerte.

Eine vom Wirtschaftsbund vor dem Sommer durchgeführte Umfrage bestätigt die Unzufriedenheit der betroffenen Unternehmer über die Verkehrssituation. 88 Prozent  gaben an, nicht zufrieden zu sein. 83 Prozent gaben an, dass sich die Verkehrssituation in den letzten Monaten verschlechtert hat. Das alarmierendste Ergebnis ergaben jedoch die Antworten auf die offene Frage, welche Anregungen und Wünsche die Unternehmer aktuell haben. Ein Unternehmer schrieb, dass er bereits fünf Mitarbeiter aufgrund der Verkehrssituation in Linz verloren hat. Ein weiterer Unternehmer klagt darüber, dass er keine Mitarbeiter bekommt, die zwar bereit wären zu pendeln – aber nur ohne Stau. Immer mehr Mitarbeiter verlassen Linzer Unternehmen und suchen aktiv einen Arbeitsplatz näher an ihrem Wohnort.

Die Stauzeiten kosten den UnternehmerInnen viel Geld und machen den Standort Linz unattraktiv, denn es gibt viele Unternehmer und Dienstleister, die ihre Kunden zu Meetings nach Linz einladen und durch die Verkehrssituation benachteiligt sind. Die Kunden wollen sich nicht in den Stau stellen, um Termine in der Linzer Stadt wahrzunehmen oder um einkaufen zu gehen. Der Wirtschaftsbund fordert daher rasche Lösungsvorschläge für die Erleichterung der Verkehrssituation.

 

Kein Vorankommen – im Stau und in der Verkehrspolitik

Der Wegfall der Eisenbahnbrücke vor 2 Jahren hat die Verkehrssituation in Linz schier unerträglich gemacht. Die Alternative, die neue Donaubrücke, soll Entlastung bringen: Allerdings erst ab voraussichtlich Ende 2020. Auf der A7 Mühlkreisautobahn (Freistadt – Linz) sind auf Höhe Ausfahrt Urfahr in beide Richtungen die Fahrbahnen auf zwei Fahrstreifen verengt und der Verkehr wird über die Gegenfahrbahn geleitet. Stockend geht es nicht nur im Verkehr weiter. Auch der Baubeginn der zweiten Straßenbahn-Achse, Verlängerung der Mühlkreisbahn über die Hafenbahn zum Linzer Hauptbahnhof über die Gruberstraße, ist aus heutiger Sicht noch völlig offen. Der Zeitplan für die A26, dem Linzer Westring, ist ebenfalls ungewiss. Sämtliche erforderlichen Genehmigungen dafür liegen vor.

„Worauf warten wir bei den wichtigen Verkehrsprojekten?“, fragt sich WB-Linz Obmann Markus Raml und fordert mehr Tempo bei der Umsetzung.

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