Freihandelsabkommen als Motor für österreichische Exporte
24. Februar 2026
Abkommen helfen, neue Märkte zu erschließen, den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sichern und Lieferketten zu stabilisieren.
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24. Februar 2026
Abkommen helfen, neue Märkte zu erschließen, den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sichern und Lieferketten zu stabilisieren.
Österreich ist als kleine, offene Volkswirtschaft stark auf den Außenhandel angewiesen. Die Bruttoexporte entsprechen mehr als der Hälfte des BIP und selbst unter Berücksichtigung importierter Vorleistungen entfallen immer noch rund 30 % der heimischen Wertschöpfung auf ausländische Endnachfrage.
Freihandelsabkommen spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, den Zugang zu wichtigen Auslandsmärkten erleichtern und damit überdurchschnittliches Exportwachstum ermöglichen. Die EU hat bereits Freihandelsabkommen mit Ländern geschlossen, die zusammen rund 21 % der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen, darunter Südkorea (2015), Kanada (2017), Japan und Singapur (2019) sowie Vietnam (2020). Durch die Aufnahme des Mercosur hätte sich dieser Anteil auf 23,5 % erhöht und damit fast ein Viertel der Weltwirtschaft ausgemacht.
Die Wirkung solcher Abkommen zeigt sich eindrucksvoll: Seit Inkrafttreten des EU-Kanada-Abkommens 2017 sind die österreichischen Exporte nach Kanada von 2016 bis 2023 um rund 70 % gestiegen. Gleichzeitig verursachen Verzögerungen hohe wirtschaftliche Kosten: Durch die Prüfung des Mercosur-Abkommens durch den Europäischen Gerichtshof entgehen Österreich – auf Basis von Berechnungen des European Centre for International Political Economy (ECIPE) – pro Verzögerungsjahr Exporte in Höhe von rund 706 Mio. Euro. Ein Abschluss von Mercosur und weiteren Abkommen könnte hingegen die negativen Effekte der US-Zollpolitik nicht nur ausgleichen, sondern sogar überkompensieren.
Exportorientierte Länder wie Österreich profitieren besonders stark von Freihandelsabkommen. Die EU sollte deshalb ihr Netzwerk an Freihandelsabkommen rasch ausbauen und ausgesetzte Verhandlungen schnell fortsetzen, bzw. das Mercosur-Abkommen vorläufig anwenden. Solche Abkommen helfen nicht nur, neue Märkte zu erschließen, sondern auch den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sichern und Lieferketten zu stabilisieren – bei gleichzeitiger Wahrung europäischer Standards und fairer Wettbewerbsbedingungen.